Texte

Matthias Brandes

Museum als Kunst-Zoo

Die Tatsache, daß es seit etwa 200 Jahren spezielle Räume gibt, in denen die Bildende Kunst besichtigt werden kann, hat ihre Parallele in der Geschichte der Zoologischen Gärten. Ihre Gründung erfolgte zur selben Zeit wie die der Museen. Die meisten Bild-Kunst-Werke sind aber ebensowenig für Museen geeignet wie Tiere für den Zoo.

Was erlebt man in einem Zoo? 
Lernt man dort die Tiere verstehen?.

Wenn aber heutzutage die zoologischen Gärten für bestimmte Arten, die vom Aussterben bedroht sind, eine letzte Zufluchtsstätte darstellen, so läßt sich das analog für den überwiegenden Teil der Bildenden Kunst in den Museen sagen. Aus dem öffentlichen Leben verbannt, fristet sie ihr Gnadenbrot in den öffentlichen Kunstsammlungen..

Dagegen ist die Rolle des Haustiers oft nicht die schlechtestes und ebenso ist für ein Bild die Aussicht, in einer privaten Wohnung zu hängen, nicht die schlechteste. Manches Werk in einem Museum muß sich mit weniger Aufmerksamkeit begnügen. Und doch ist das Museum der Ort, an dem jeder Maler sein Werk am liebsten hängen sehen würde