Texte

Matthias Brandes

Das Bild überm Sofa

Ich male nicht für Museen (Es würde allerdings meiner Eitelkeit sehr schmeicheln, wenn irgend ein Museum unter meinen Käufern wäre, vor allem weil das dem geschäftlichen Aspekt sehr zuträglich sein könnte), denn ich glaube an die Wichtigkeit des Bildes über dem Sofa.

Inzwischen haben ein paar Hundert Menschen Bilder von mir in ihren Wohnungen. Sie sehen sie kurz nach dem Aufstehen am Morgen und kurz vor dem Schlafengehen am Abend. Sie betrachten sie bei Tageslicht, bei elektrischer Beleuchtung und bei Kerzenschein. Das Bild zeigt sich in immer neuem Licht. Seine Atmosphäre ändert sich. Ich hoffe, daß die Betrachter sich auch noch nach Jahren daran nicht satt gesehen haben. Es muss ein Geheimnis enthalten, das nie ganz gelöst werden kann. So begleitet mein Bild diese Menschen tagein tagaus, ein Leben lang. Das kann durch abstrakte Diskussionen über das Überholtsein der traditionellen Malerei nicht fortgeredet werden.