Rezensionen

Enzo de Martino

Aufgehäufte Spielzeughäuser

Die neuesten Werke, alle im Jahr 1999 entstanden, eines deutschen Künstlers der seit einigen Jahren im Vneto lebt. Matthias Brandes (Bochum 1950) malt wie Spielzeug aufgehäufte Häuser in einer befremdlichen Weise mit surrealem Geschmack. Durch einen schönen Katalog-Text von Oimpia Biasi präsentiert, einer Kollegin die vom "tiefsitzenden Unbehagen, welche die Malerei ist", strahlt diese Ausstellung, die erste von Brandes in Italien, eine Beunruhigung und misteriöse Melancholie aus. Nicht zufällig stellen deshalb Werke wie "Acqua Alta" eine vielleicht mehr oder weniger bewusste Bezugnahme auf Boecklins "Toteninsel" dar. Auf eine eigene Art wird mit einem gekonnten Einsatz malerischer Mittel eine fantastische Vision realisiert, welche eine originelle und attraktive Vorstellungswelt manifestiert.

Rezension der Ausstellung in der Galleria Santo Stefano, Februar 2000
Gazzettino de Venezia, 12/2/2000